
Einige echte Clown-Talente in der Zell-Weierbacher Klasse 3a
Offenburger Tageblatt, Regina Heilig, 21. März 2022
Die Klasse 3a der Zell-Weierbacher Weingartenschule ist ohnehin mit Elan bei der Sache. Und beim Clownprojekt machten alle Kinder ganz toll mit. ©Regina Heilig
Die Clown- und Theaterpädagogin Stefanie Ferdinand war zu Gast an der Zell-Weierbacher Weingartenschule. Im Zuge der Offenburger Schultheatertage brachte sie den Kindern dieses besondere Schauspiel nahe.
Im Rahmen der Offenburger Schultheatertage ist Clown- und Theaterpädagogin Stefanie Ferdinand seit Mittwoch an der Zell-Weierbacher Weingartenschule und nimmt die Klasse 3a mit auf das Abenteuer „Clown(in) sein“. Die Referentin kann auf eine reiche Erfahrung zurückblicken. „Sicher mehr als zehnmal“, rechnet sie aus, war sie bei den Offenburger Schultheatertagen zu Gast. „Clown zu sein, ist eine ganz besondere Art von Schauspiel, ein eigenes Genre“, erklärt sie.
Am Anfang der Unterweisung stand die Aufgabe, „den eigenen inneren Clown zu finden“, denn: „Clowns haben ja sehr viele unterschiedliche Charaktere, etwa den verträumten oder den geschwätzigen Clown, den ‚dummen August‘ oder auch den strengen Weißclown. Welche Art von Clown man sein will, hat viel mit einem selbst zu tun.“
Clownkoffer als Partner
Nach diesem Auftakt kam am Donnerstag das Agieren mit dem Clownkoffer als „Partner“ dran. Er enthält verschiedene Objekte, die das heitere und zum Nachdenken anregende Spiel unterstützen. Nach den bisherigen Erfahrungen gefragt, berichtet Schülerin Johanna, dass es ihr ausgesprochen gut gefällt und es „cool ist, so viele Sachen zu lernen“.
Die Arbeit mit dem Clownkoffer hat es ihr besonders angetan. Sofia aus der 3a ergänzt: „Wir haben gelernt, als Spiegelbild des anderen zu agieren.“ Genau wie Lena, die eine bunte Trommel als Requisit dabei hat, hat sie sich bereits als Clownin verkleidet. Grundsätzlich bleibt es den Kindern aber freigestellt, ob sie tatsächlich in bunte Gewänder schlüpfen oder sich nur mit einem T-Shirt oder Strümpfen ein bisschen kostümieren wollen.
So ist zum Beispiel Moritz ohne Verkleidung geblieben, findet aber dennoch den Kurs toll. Direkt selbst aufzutreten, würde er sich noch nicht zutrauen – und nach seinen eigenen Vorlieben gefragt, bekundet er, dass ihm im Zirkus die tollpatschigen Clowns am besten gefallen. Ganz wichtig ist Clown-Pädagogin Stefanie Ferdinand, dass Clowns „immer lieb“ sind. Sie ist beeindruckt von der hohen Spielfreude der Klasse 3a, eine gute Voraussetzung für die Arbeit, die „viel mit Intuition“ zu tun habe.
Ihr geübtes Auge hat bereits „einige echte Talente“ entdeckt, aber vor allem glänzten die Kinder durchweg mit einer sehr hohen Präsenz, wenn sie agieren. Für die Arbeit mit so jungen Menschen sei von Vorteil, dass bei Clowns „ganz wenig über die Sprache“ ginge, sondern „mehr über Stimmung und Haltung“.
Praktikantin Anni Tüncher begleitet die Klasse durch den Kurs und bestätigt, dass alle ganz toll mitarbeiten. „Es ist eine Klasse, die überhaupt immer mit viel Elan bei der Sache ist“, lobte sie. Als nächstes steht, wie Stefanie Ferdinand verrät, das in der Fachsprache „Gromolo“ genannte selbst kommentierende „Grummeln“ in einer Unsinns-Sprach an. Hier hinterfragt der Clown oder die Clownin das eigenen Handeln spielerisch selbst und erweitert damit den Spaßfaktor fürs Publikum.