Das ist bei den 17. Schultheatertagen in Offenburg geboten

Offenburger Tageblatt, Elisabeth Remmert, 17. Februar 2024

Die 17. Offenburger Schultheatertage finden vom 21. bis 23. Februar statt. Die Ergebnisse der Workshops werden als Abschluss nach einer langen Pause erstmals wieder in der Reithalle präsentiert.

Normalität kehrt zurück bei den Schultheatertagen. Nach einer Rekordnachfrage im Jahr 2022 mit 620 Schüleranmeldungen finden die diesjährigen Theatertage mit durchschnittlicher Beteiligung statt. In 17 verschiedenen Theaterworkshops, an denen sich 320 Kinder und Jugendliche angemeldet haben, können die Schüler zwischen dem 21. und 23. Februar in die Welt des Theaters eintauchen.

Die Abschlussveranstaltung findet am 23. Februar um 13 Uhr nach einer langen Corona Pause erstmals wieder in der Reithalle Offenburg statt. Dies verkünden die beiden Organisatoren Annette Müller und Paul Barone mit großer Freude. Die Veranstaltung wird zudem öffentlich und ist kostenlos sein.

Alle zwei Jahre finden die Schultheatertage, organisiert durch die „Junge Theater Akademie Offenburg“, statt. 1991 rief der verstorbene Joachim Prasser, ehemaliger Direktor der Anne-Frank-Schule, die Theatertage ins Leben. Auch nach seinem Tod gedenken ihn die Organisatoren. „Die Schultheatertage waren sein Kind, er hat so viel Herzblut hineingesteckt“, erzählt Theaterlehrerin Müller.

Rund 30 Jahre später organisieren auch immer noch Edgar Common, Leiter des Offenburger Kulturbüros, und die Stadt Offenburg mit Fachbereichsleiterin für Kultur Carmen Lötsch die drei Tage mit. Common ist bereits seit 1993 aktiv bei der Organisation dabei. Bufdi Lars Schreiner ist dieses Jahr als helfende Hand im Bereich Technik tätig. Am Tag der Abschlussveranstaltung wird er sich um die Beleuchtung der Bühne kümmern, berichtet Barone.

In 17 Theaterworkshops vermitteln professionelle Bühnenkünstler und Theaterpädagogen an drei Tagen Angebote für Theater, Spiel und kreativen Unterricht. Die Schüler und Schulklassen hatten bis zum 15. Dezember 2023 die Möglichkeit, sich für die jeweiligen Workshops anzumelden. Mit einer Anmeldequote von 320 Schülern zeigen sich die Veranstalter zufrieden.

Kein Erfolg für Digital

Die 620 Anmeldungen vor zwei Jahren erklärt Barone damit, dass die jungen Menschen nach der Corona-Zeit wieder Unterhaltung und Programm haben wollten. Mit den 320 Anmeldungen haben sie trotzdem landesweit die höchste Anmeldquote bei dem Konzept der Schultheatertage. „Darauf sind wir sehr stolz“, berichtet Müller.

Im Theaterworkshop-Programm wurden auch neue digitale Themen angeboten. Die Nachfrage danach war jedoch so gering, dass sogar der Social-Media-Workshop nicht stattfinden wird. „Ich merke, dass die Schüler einen Ausgleich zur digitalen Welt suchen, unsere digitalen Angebote kamen kaum an“, erzählt der Organisator. Bei einem Trommel-Workshop sieht das Ganze anders aus – dieser Workshop wurde sogar doppelt besetzt und als Ausgleich zum entfallenden Social-Media-Workshop ausgewählt. 

Auch Grundschulklassen hatten die Möglichkeit, sich für die Workshops anzumelden. Für diese Klassen bieten die Organisatoren an, mit den Theaterexperten an die Schulen zu fahren, um die Workshops dort abzuhalten. Während der Workshops bemerkte Müller ein interessantes Ergebnis.

„Ich mache oft Beruhigungsübungen mit den Kindern. Die Kinder von heute können kaum noch still stehen. Meine Beruhigungsübungen schauen sich die Lehrkräfte dann ab und können sie in ihrem Unterricht integrieren“, erzählt die Theaterlehrerin. Die Workshops bieten somit nicht nur für die Kinder einen Mehrwert, sondern auch für die Lehrer, ordnet Müller ein.

Charakterstärkend

Für die Schüler versprechen sich die Organisatoren eine Erfahrung, die ihr Leben zukünftig bereichern wird. Edgar Common erzählt, dass ihm seine frühere Zeit auf der Bühne vieles gelehrt hat. „Die Erfahrung und die Aufregung auf der Bühne waren charakterstärkend. Ich wäre nicht der, der ich heute bin, ohne das Schauspiel.“ 

INFO: Unterstützung erfahren die Schultheatertage durch freiwillige Schüler, Bühnenkünstler, Theaterpädagogen, der Stadt Offenburg, des Kulturbüros, des Zentrum für Schulqualität und Lehrerbindung, der Sparkasse und des E-Werk Mittelbadens.

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